Warum leisten wir Widerstand?

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Nach unserer Überzeugung kann man diese Frage nur dann beantworten, wenn man die Erscheinung namens “Flüchtling” definiert, welche wie ein Logo auf den Stirnen von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt klebt. Es geht um Menschen, deren Lebensumstände unter dem Einfluss der kapitalistischen Tätigkeit außerhalb der Grenzen der sogenannten “sicheren Länder” in Form von Krieg, Boykott, Unterdrückung, Ausbeutung, Besetzung und Zerschlagung stehen. Zustände, die letztendlich die Menschen zur Flucht zwingen und durch die diesen Menschen lange und gefährliche Wege in Richtung der “sicheren” Grenzen auferlegt sind. Aber nach dem Überschreiten der Grenzen, sowohl über Land als auch über Luft, welche durch die staatlichen Exekutiven und privaten Institutionen unter dem Befehl der europäischen Länder geschützt werden, erhalten sie einen Platz in der Gesellschaft, der auf der ganzen Welt unter dem Titel “Flüchtling” bekannt ist. “Flüchtlinge”, oder das, was vom unkontrollierten ungebremsten Treiben des Kapitalismus zurück bleibt, gehören aber zu einer Schicht in der Gesellschaft, die aus den traditionellen Definitionen in Bezug auf die Klassengesellschaft herausfällt. In einer Gesellschaft, welche auf der Basis des Kapitalismus aufbaut, in der also die Position eines Menschen verknüpft ist mit seiner Rolle in dem Kreislauf von Produktion, Verteilung und Reproduktion, können “Flüchtlinge” an den Rand der Gesellschaft gedrängt in ihr keine tatsächliche Stellung einnehmen. Es herrscht eine systematische Unterdrückung, die jeden Versuch dieser Menschen ignoriert oder gar verhindert, an der Gesellschaft, in der sie angekommen sind, teilzuhaben, ob durch die zusammenhängenden Komponenten von Gesetz und Polizei auf der einen Seite oder die produzierte Hegemonie durch Mainstream-Medien auf der anderen Seite.

Und nun können wir den Begriff Widerstand definieren. Der Widerstand, um den es hier geht, hat zum Ziel, die zwei Antagonismen CitizenNon-Citizen, die diese Unterdrückung reproduzieren, zu zerbrechen. Nur so ist den Menschen, die zur Flucht gezwungen sind, der Zugang zur Gesellschaft ihres Zielortes möglich. Menschen, die vor der Unterdrückung in einer Gesellschaft geflüchtet sind, in der sie den Wohlstand der “sicheren Länder” mit geschaffen haben, und denen nun die Teilhabe an diesem Wohlstand weiterhin verwehrt wird. Im besten Fall werden sie nach dem Zutritt in die Gesellschaft der sogenannten sicheren Länder nur als billige Arbeitskräfte betrachtet, die das Wachstum und die Entwicklung der Länder der Metropolen sicher stellen.

Ohne Zweifel wird unser Widerstand im Glauben an Gleichheit und Freiheit notwendigerweise zum Entwurzeln dieser systematischen Ungleichheit führen und wir bestehen darauf, bis wir das Ende dieses Antagonismus erreicht haben.

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